. .



Info-Bereich


Inhalt

Sanierung der Langenberghaus-Fassade abgeschlossen

Dr. Stephan Mann (Leiter Fachbereich Kultur und Integration), Gero Guntlisbergen (Projektleiter GO! GmbH) und Heinz van Aaken (Tischlerei van Aaken) vor dem Langenberghaus (Foto: Stadt Goch / Torsten Matenaers)

INNENSTADT Das Langenberghaus in der Roggenstraße, zweifelsohne eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt Goch, erstrahlt nun wieder im neuen Glanz. Die Fassade wurde in den letzten Monaten zunächst gesichert und dann saniert. Rund 106.000 Euro hat die Stadt Goch insgesamt hierfür investiert. Ausgeführt hat die in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde durchgeführten Arbeiten die Tischlerei van Aaken aus Kevelaer.

Witterung setzte der Holzfassade zu

Um 1880 gestaltete der Bildhauer Ferdinand Langenberg (1849 - 1931) die Fassade mit einem Figurenfries nach der Erzählung "Der seltsame Spazierritt" und einem Fachwerk. Die Jahrhunderte hatten ihr ordentlich zugesetzt, das Holz war von einem Pilz befallen, auch Würmer hatten sich eingefressen. Ende 2014 wurde die Fassade komplett demontiert, die Schäden wurden zunächst dokumentiert. Nach erfolgter Ausschreibung erhielt die Tischlerei van Aaken den Auftrag für die Sanierung. Die schadhaften Stellen im Holz wurden aufwändig restauriert. Auch am Gebäude selbst waren Arbeiten notwendig. Es wurde neu verputzt und anschließend gestrichen. Nach der Sanierung der Sockel konnte die Fassade im Spätsommer wieder an ihrem Platz angebracht werden.

Ferdinand Langenberg...

Ferdinand Langenberg im Garten auf Stock gestützt

...wurde am 7. April 1849 im elterlichen Haus am Steintor geboren. Sein Vater war Kupferschläger und betrieb am Steintor eine Werkstatt. Die Lehre hat Langenberg vermutlich in Boxmeer/Niederlande abgeleistet. Als Geselle ging er in die Bildhauerwerkstatt des bekannten Meisters Friedrich Wilhelm Mengelberg nach Aachen. Später zog es Ferdinand Langenberg zu Studienzwecken in die Kunstmetropole München, wo er 1873 auf der Kunstausstellung eine Goldmedaille erhielt. Mit 24 Jahren zog es ihn "auf die Walz", wie es früher bei Handwerksburschen üblich war. Es zog ihn nach Italien und vor allem in die heilige Stadt Rom. 1876 kehrte Langenberg nach Goch zurück, wo er 1877 mit seinem Bruder Aloys in der Roggenstraße eine Bildhauerei eröffnete.

1895 beschäftigte die Bildhauereiwerkstatt 21 Handwerker, darunter fünf Figurenschnitzer, acht Ornamentschnitzer und acht Schreiner. Um 1900 arbeiteten hier 30 Gehilfen. Am 17. Februar 1931 stirbt Ferdinand Langenberg im Alter von 82 Jahren.

(Meldung vom 11.10.17 / tm)