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Verdienstmedaille für phänologischen Beobachter

Saskia Pietzsch (DWD), Dr. Wilhelm Wehren und Bürgermeister Ulrich Knickrehm (Foto: Stadt Goch / Torsten Matenaers)

GOCH / OFFENBACH Für seine langjährige ehrenamtliche Mitarbeit im phänologischen Beobachtungsdienst des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist der Pfalzdorfer Agraringenieur Dr. Wilhelm Wehren mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Im Beisein von Bürgermeister Ulrich Knickrehm nahm Saskia Pietzsch von der Abteilung Agrarmeteorologie des Deutschen Wetterdienstes die Ehrung vor.

Dr. Wilhelm Wehren arbeitet von 1977 bis 1987 in Uedem und seit 1988 als phänologischer Beobachter in Pfalzdorf für den DWD. In diesem langen Zeitraum hat er mit viel Idealismus und Engagement insgesamt 2789 Beobachtungsdaten notiert und an den Wetterdienst gemeldet. Er beobachtet die Entwicklung von wildwachsenden Pflanzen und Kulturpflanzen im Jahresablauf. Dies beginnt mit der Blüte der Haselnuss im Vorfrühling und endet mit dem Nadelfall der Lärche im Spätherbst. Das phänologische Beobachtungsprogramm umfasst 48 verschiedene Pflanzen. Insgesamt können in einem Jahr 168 Beobachtungen notiert und zum Jahresende an den DWD geschickt werden.

Der Deutsche Wetterdienst unterhält ein phänologisches Beobachtungsnetz mit 1200 ehrenamtlichen Beobachtern im gesamten Bundesgebiet. Zusammen mit den 45 hauptamtlichen Stationen des DWD wird dadurch unter anderem die wetterdienstliche Beratung der Landwirtschaft sichergestellt.

So sieht die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus (Foto: Stadt Goch / Torsten Matenaers)

DWD beobachtet Einfluss des Klimas auf die Pflanzenentwicklung

In den letzten Jahren ist das Interesse breiter Bevölkerungsschichten und der Medien an Umweltproblemen stärker geworden. Lange bevor die Klimadiskussion in Gang kam, begannen freiwillige Helfer des Deutschen Wetterdienstes - die phänologischen Beobachter - die Auswirkungen des Klimas auf die Pflanzenentwicklung in der freien Natur zu beobachten und aufzuzeichnen. Da die Entwicklung der Pflanzen maßgeblich vom Klima gesteuert wird, lassen sich Klimaveränderungen anhand langer Datenreihen sehr gut erkennen. So beginnt z.B. der Frühling seit Ende der 80er Jahre häufig früher und die Winter werden wärmer. Dies kann man auch an den von Herrn Dr. Wehren beobachteten Daten sehen.

Landwirtschaft profitiert von phänologischen Beobachtungen

Neben der Klimaforschung ist die Landwirtschaft naturgemäß der Hauptnutznießer der phänologischen Beobachtungen. So werden mit Hilfe phänologischer Daten Modelle entwickelt, die den Verlauf von Pflanzenkrankheiten und -schädlingen vorhersagen. Diese agrarmeteorologischen Prognosen sind eine wichtige Beratungshilfe im Rahmen des umweltschonenden Pflanzenbaus. Sie sollen verhindern, dass unsere Umwelt unnötig mit Pflanzenschutzmitteln belastet wird. Mit Hilfe phänologischer Daten werden noch viele weitere Prognosen erstellt. So gibt es z.B. spezielle Blühvorhersagen für Imker und Allergiker.

(Meldung vom 9.11.17 / Quelle: Deutscher Wetterdienst - tm)