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Ausstellung zeigt Potenziale von Frauen mit Behinderung

Friederike Küsters, Eva Kersting-Rader und Nicola Roth (Foto: Stadt Goch / Torsten Matenaers)

RATHAUS Dass gerade Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben über erstaunliche Potenziale verfügen zeigt eine Wanderausstellung mit dem Titel „Talente zu entdecken" des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Niederrhein im Gocher Rathaus. Die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Goch und der Gemeinde Weeze, Friederike Küsters und Nicola Roth, zeigen sie seit heute im Foyer. Sie ist bis zum 31. August dieses Jahres dort zu sehen, Die Ausstellung porträtiert Frauen mit einer Behinderung aus sechs Unternehmen, die es auf den ersten Arbeitsmarkt geschafft haben.

„Wir haben wieder einmal die gute Zusammenarbeit und Vernetzung zum Anlass genommen, diese interessante, wichtige Ausstellung in Kooperation zu organisieren!", erklären die Gleichstellungsbeauftragten. „Wir möchten hiermit ein Zeichen setzen, Unternehmen ansprechen und erreichen und vor allem Menschen mit Handicap Mut machen. Denn jeder Mensch hat Talente, die zu erkennen, zu nutzen und zu fördern sind.", so Nicola Roth. Friederike Küsters ergänzt: „Die Vielfalt verstärkt integrieren, hinschauen, sich nicht verschließen, die Zusammenarbeit als Gewinn für alle sehen, das ist hier die Botschaft. Und auch dies ist eine Aufgabe der kommunalen Gleichstellungsarbeit"

Eva Kersting-Rader ist Bestatterin, Kunsttherapeutin und Trauerbegleiterin. Sie sagt: „Ich habe ein Blind Date mit dem Leben. Wenn ich mich an einem Ort auskenne, dann merkt niemand, dass ich nichts sehe. Weil ich alles auswendig lerne:" Kersting-Rader bestattet verstorbene Menschen und begleitet darüber hinaus Hinterbliebene bei der Trauerbewältigung. Sie sei eine Mittlerin zwischen Himmel und Erde, zwischen Tod und Leben, hat einmal eine Kollegin über sie gesagt.

Motorisch geschickt sowie stets zuverlässig und pünktlich ist eine weitere Fachkraft: Andrea Gnott arbeitet seit einem Jahr als Gartenwerkerin für die Sportschule Wedau und bringt die Grünanlagen auf Trapp. Sie behauptet sich dabei erfolgreich gegenüber ihren 14 männlichen Kollegen. Ihre geistige Beeinträchtigung, die ihren Weg einst in die Werkstatt der Albert-Schweitzer-Einrichtung für Menschen mit Behinderung führte, ist im Arbeitsalltag nicht erkennbar. Dirk König, technischer Leiter der Sportschule Wedau, lobt Frau Gnott und bestätigt: „Man merkt nicht, dass sie behindert ist. Sie hat gute Eigenschaften, ist pünktlich und zuverlässig. Das findet man nur noch selten."

Die Ausstellung zeigt solche und weitere Talente von Frauen mit Behinderung in ihrem beruflichen Alltag. So sind auch erfolgreiche Berufstätige aus der Sportbranche, der Medienwirtschaft und aus der betriebswirtschaftlichen Dienstleistung Teil der Wanderausstellung. Zudem zeigen Unternehmen mit ihren Aussagen, wie die einzelnen Betriebe von der Beschäftigung profitieren.

(Meldung vom 8.8.18 / tm)