. .



Info-Bereich


Inhalt

Ferdinand Langenberg

Neugotischer Bildschnitzer

Ferdinand Langenberg im Garten auf Stock gestützt

Am 7. April 1849 wurde Ferdinand Langenberg im elterlichen Haus in Goch am Steintor geboren. Sein Vater war Kupferschläger und betrieb am Steintor eine Werkstatt. Seine Vorfahren, die aus Kalkar stammten, waren Handwerker. Die Lehre hat er vermutlich in Boxmeer/Niederlande abgeleistet. Als Geselle ging Langenberg anschließend in die Bildhauerwerkstatt des bekannten Meisters Friedrich Wilhelm Mengelberg nach Aachen. Später zog es Ferdinand Langenberg zu Studienzwecken in die Kunstmetropole München, wo er 1873 auf der Kunstausstellung eine Goldmedaille erhielt. Mit 24 Jahren zog es ihn "auf die Walz", wie es früher bei Handwerksburschen üblich war. Es zog ihn nach Italien und vor allem in die heilige Stadt Rom. 1876 kehrte Langenberg in seine Heimatstadt Goch zurück, wo er 1877 mit seinem Bruder Aloys in der Roggenstraße eine Bildhauerei eröffnete. Das Backsteinhaus mit der Werkstatt stattete Ferdinand Langenberg um 1880 mit einem Zierfachgiebel aus. Das Zierfachwerk des Gebäudes in der Roggenstraße zeigt einen fünfteiligen Figurenfries mit dem seltsamen Spazierritt nach einer Erzählung von Johann Peter Hebel und den Spruch"Allen Menschen recht gethan ist eine Kunst die niemand kann". 1895 beschäftigte die Bildhauereiwerkstatt 21 Handwerker, darunter fünf Figurenschnitzer, acht Ornamentschnitzer und acht Schreiner. Um 1900 arbeiteten hier 30 Gehilfen. Am 17. Februar 1931 stirbt Ferdinand Langenberg im Alter von 82 Jahren.

Literaturhinweise:
Bömer, Dr. med. Walter. Der Bildschnitzer vom Niederrhein. Meister Ferdinand Langenberg. Goch 1991.
Renaissance der Gotik. Ferdinand Langenberg - Neugotik am Niederrhein. Museum Goch 1999.
Sachsse, Ros und Rolf. Ferdinand Langenberg. Bildhauer in Goch. Gocher Schriften, Heft 1, 1978.
Koepp, Hans-Joachim. Der seltsame Spazierritt von Ferdinand Langenberg. In: HKLE 1992, S. 56-59.
Langenberg, Julius. Von der Gotik zur Postmoderne. Die rheinische Bauernfamilie Langenberg. 1991.
zurück