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Dr. med. Johann Gottfried Rademacher

Dr. Rademacher wurde in Hamm, Westfalen, am 6. August 1772 geboren. Nachdem er von 1795 bis 1797 in Kleve als Arzt arbeitete, ließ sich Dr. Johann Gottfried Rademacher am 19. April 1797 in Goch nieder und eröffnete eine Arztpraxis. Er wirkte 53 Jahre lang bis zu seinem Tod am 9. Februar 1850 als angesehener Stadtphysikus und Armenarzt in Goch. Während der französischen Zeit war der Arzt auch Distriktarzt für den Kreis Kleve. 1846 legte Dr. Rademacher die Stelle als Armenarzt nieder und zwei Jahre später auch seine Tätigkeiten am Kranken- und Waisenhaus.

Dr. Rademacher veröffentlichte zahlreiche medizinische Aufsätze und Bücher. Berühmt ist er durch die 1841 publizierte und vielbeachtete Erfahrungsheillehre, die auf Paracelsus’ Signaturenlehre fußte, geworden. Dieses Hauptwerk in zwei Bänden umfasste 1.600 Seiten. Der Gocher Arzt führte eine moderne, wissenschaftliche und praktische Medizin auf Grundlage der reinen verstandesrechten Empirie ein.

In Goch empfand Dr. Rademacher den Mangel an geistiger Anregung schmerzhaft: „Kein Schatten geistiger Kultur herrscht hier, alle Künste und Wissenschaften sind Konterbande“.

Rademacher war Feind allen Prunkes und äußeren Glanzes. Seine Bescheidenheit drückte sich auch in seiner einfachen Kleidung aus, zuweilen trug er wegen der Kälte Holzschuhe.

Zum 50-jährigen Doktorjubiläum erhielt Dr. Rademacher den Roten Adlerorden IV. Klasse. Diesen Orden hat er niemals getragen. Der Verein Berliner Ärzte ehrte Rademacher durch die Übersendung eines Diploms zum außerordentlichen korrespondierenden Mitglied.

Dr. Rademacher war einer der populärsten Persönlichkeiten damaliger Zeit zwischen Rhein und Maas. Die Bevölkerung liebte diesen Menschen wegen seiner Uneigennützigkeit, Hilfsbereitschaft sowie Offen- und Bescheidenheit.

Sein Grabmal befindet sich auf dem ehemaligen Friedhof an der Ecke Kalkarer/Pfalzdorfer Straße. Zur Erinnerung an diese Persönlichkeit hat die Stadt Goch ein Denkmal errichtet. Dieses Denkmal, Dr. Rademacher als Büste, steht heute vor dem Wilhelm-Anton-Hospital. Außerdem ist eine Straße in Goch nach ihm benannt.

Literaturhinweise:

Ante, Jürgen. Dr. Johann Gottfried Rademacher. Arzt in Goch von 1797 bis 1850. In: An Niers und Kendel, Heft 36, S. 1-7, 2000.

Bergrath, Dr. Dr. Johann Gottfried Rademacher, Arzt in Goch. Eine biographische Skizze. Berling, 1850.

Kisters, Heinz. Johann Gottfried Rademacher der Begründer der Erfahrungsheillehre. 1951.

Koepp, Hans-Joachim. „...ein tüchtiger und qualifizierter Doctor Medicinae“. Über die ärztliche Betreuung der Pfälzer auf der Gocher Heide. Einrichtung einer Arztstelle zu Pfalzdorf im Jahre 1792? In: Kalender für das Klever Land auf das Jahr 1993, S. 149-154.

Krack, Dr. med. Niels. Dr. Johann Gottfried Rademacher. Sein Leben, seine Lehre, seine Heilmittel und wir, 1984.

Oehmen, Dr. Franz. Joh. Gottfried Rademacher, seine Erfahrungslehre und ihre Geschichte, 1900.

Paal, H. Johann Gottfried Rademacher. Ein Lebensbild des berühmten Gocher Arztes. In: Westfälische Lebensbilder, Heft 3, Band III; 1934, zitiert und wiederabgedruckt: Niederrhein-Heimatbeilage, S. 273-275, 277-278.

Paal, Dr. Hermann. Johann Gottfried Rademacher (1772-1850).Arzt in Goch und seine Erfahrungsheillehre. 1932.

Peuten, F. Der alte Doktor von Goch. Dr. Rademacher, 1772-1850. In: Kalender für das Klever Land auf das Jahr 1938, S. 58-62.

Peuten, Dr. Franz. Johann Gottfried Rademacher, seine Erfahrungsheillehre. 1933.

Rademacher, Johann Gottfried. Rechtfertigung der von den Gelehrten mißkannten, verstandesrechten Erfahrungsheillehre der alten scheidekünstigen Geheimärzte und treue Mittheilung des Ergebnisses einer 25jährigen Erprobung dieser Lehre am Krankenbette mit einem Aufsatz von Dr. med. Johannes Feyen über "Rademacher heute". Faksimile der 3. Ausgabe, die 1848 bei G. Reimer, Berlin, erschien. Köln, 1983.

Schmitz, Alphons. Dr. Rademacher. In: Niederrhein-Heimatbeilage, Nachdruck 1981, S. 90, 96, 103.

Teggers, Heribert. Dr. Johann Gottfried Rademacher. In: Niederrhein-Heimatbeilage, Nr. 21-23, 1930, Nachdruck 1981, S. 81-83, 85-86, 89-90.

(Abb. vorh.)