. .



Info-Bereich


Inhalt

Martin Schenk von Nideggen, Kriegsobrist und Raubritter

Martin Schenk von Nideggen

Um 1549 wurde in Goch Martin Schenk von Nideggen als Bastard des Geschlechts von Nideggen in der Mühlenstraße geboren. Während des Achtzigjährigen Freiheitskampfs der Niederlande gegen Spanien (1568-1648) war die Niederrheinregion militärisches Operationsgebiet. Im April 1576 überrumpelte Martin Schenk von Nideggen mit seinen Getreuen das Schloss Blejenbeek zwischen Afferden und Siebengewald, das früher im Familienbesitz der von Nideggen war. Martin Schenk machte das Schloss zu seinem Stammschloss und kämpfte als Kriegsobrist auf Seiten der niederländischen Aufständischen. 1577 fiel Martin Schenk von Nideggen mit der von ihm aufgestellten Söldnertruppe in spanischen Diensten in Holland ein und verbreitete durch seine Kriegs- und Beutezüge Angst und Schrecken. Er besetzte 1579 das Kloster Gaesdonck und plünderte es aus. 1580 führte Martin Schenk von Nideggen in spanischen Diensten das Kommando über ein Heer von 4.000 Mann und eroberte Groningen. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde Martin Schenk ein Massaker an Gefangenen in Delfzijl und die Plünderung von Klöstern vorgeworfen. Im April 1581lockte Schenk von Nideggen eine Garnison Soldaten aus Nimwegen heraus und führte die gefangenen Offiziere auf die Burg Blejenbeek. Als Martin Schenk von Nideggen am 5. April 1582 in die Stadt Xanten einbrach, wurde er von Reitern des Gouverneurs von Geldern gefangengenommen und nach Geldern gebracht. Ein Fluchtversuch am 13. Oktober aus dem Gefängnis in Geldern scheiterte. Erst 1584 wurde er gegen Zahlung von Lösegeld freigelassen. Am 16. November 1584 griff Martin Schenk von Nideggen die Stadt Nimwegen an. 1585 wechselte der Kriegsobrist die Front und ging in die Dienste des mit den holländischen Generalstaaten verbündeten ehemaligen Kölner Kurfürsten Gebhard, da er sich dort mehr Gewinn versprach und wo er den Titel eines Churkölnischen Feldmarschalls erhielt. 1586 beteiligte er sich an dem Versuch, die kurkölnische Stadt Werl für Gebhard zurückzuerobern. Der Versuch scheiterte und Martin Schenk wurde verwundet.

Martin Schenk von Nideggen

Venlo, Neuss und Ruhrort waren weitere Stationen seiner Eroberungszüge. Am 23. April 1586 schlug Robert Dudley, Graf von Leicester, Martin Schenk von Nideggen in Utrecht zum Ordensritter. Martin Schenk von Nideggen begann am 19. Mai 1586 mit seiner niederländischen Fußtruppe mit der Errichtung einer Schanze auf der Grevenward, woraus sich der Ort Schenkenschanz entwickelte. Im Dezember 1586 schloss Martin Schenk von Nideggen mit den Generalstaaten einen Vertrag und wurde Gouverneur des Gebietes links und rechts der Maas. 1587 nahm Schenk Ruhrort ein. Martin Schenk von Nideggen befindet sich auf dem Höhepunkt seines kriegerischen Ruhms und eroberte die kurkölnische Residenzstadt Bonn. Im Mai 1588 reiste er zur Königin nach England. Einen Monat später wurde gegen Martin Schenk von Nideggen die Reichsacht verhängt. Im September musste Martin Schenks Besatzung in Bonn kapitulieren.Der Truchsessische Krieg war damit beendet. Anfang 1589 verproviantierte der Kriegsobrist die von Spaniern umlagerte Besatzung von Rheinberg. Die Spanier besetzten im Frühjahr 1859 fast das ganze niederrheinisch-holländische Grenzgebiet. Nur der Stammsitz der Schenks, das zu einer starken Festung ausgebaute Blejenbeek, hielt sich noch. Erst nach zweimonatiger Belagerung fiel die Burg Blejenbeek an die Spanier. Im August überfiel Martin Schenk einen spanischen Geldtransport bei Haltern und wendete sich gegen das spanisch besetzte Nimwegen. Er versuchte mit Schiffen und Flößen die Stadt Nimwegen vom Fluss Waal und durch Reiter von der Landseite zu erobern. Am 11. August 1589 ertrank Martin Schenk von Nideggen nach verlorener Schlacht auf der Flucht bei Kampfhandlungen in seiner schweren Ritterrüstung in der Waal vor Nimwegen. Die Nimweger betrachteten ihn als Verräter, trennten vom Leichnam den Kopf ab und steckten ihn auf das St. Antoniustor, vierteilten seinen Leib und ketteten seine Glieder an vier Stadttore. Eine Woche später wurde die Leichenteile bestattet.

Literaturhinweise:
Eustrup, Elisabeth. Die Schenken von Nideggen. Eines der ältesten Rittergeschlechter des Oberquartiers Geldern. In: Geldrischer Heimatkalender 1962, Seiten 40.42.
Ferber, Heinrich. Geschichte der Familie Schenk von Nideggen. 1860.
Kossert, Karl. Die Schenks von Nideggen ... und ihre Beziehungen zur Gaesdonck und zum neuen Kloster. In: An Niers und Kendel, Heft 6/1981, Seite 16-17.
Kossert, Karl. Martin Schenk von Nideggen oder die Fehltritte der Tapferkeit, 1993.
Pinckers-van Roosmalen. Blijenbeek en de Bastaarden (Kroniek van het verleden). In: Rond De Grenssteen 1991, S. 4-8.
Pinckers-van Roosmalen. Drie drosten Schenk van Nydeggen (Kroniek van het verleden). In: Rond De Grenssteen 1991, 8-13.
Pinckers u. Wolters-van der Werff. Maarten Schenk (Kroniek van het verleden). In: Rond De Grenssteen1991, S. 1-6.
Schminnes, Bernd. Martin Schenk von Nideggen - Aufstieg und Niedergang eines Kriegsobristen. In: Schenkenschanz ("de sleutel van den hollandschen tuin"). 1986, Seite 21-27 u. Seite  32-37.
Stein, Dr. Josef. Martin Schenk von Nideggen, ein Söldnerführer aus dem 16. Jahrhundert
Niederrheinischer Geschichts- und Altertumsfreund Nr. 1 u. 2, 1928.
Teggers, Heribert. Martin Schenk von Nideggen. Der Schrecken des Niederrheins. In: Kalender für das Klever Land auf das Jahr 1956, Seite 85-89.
Teggers, Heribert. Martin Schenk von Nideggen will Nimwegen erobern. In: Kalender für das Klever Land auf das Jahr 1957, Seite 89-92.
zurück