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Kinderschutz braucht uns alle: Neues Netzwerk im Kreis Kleve

Landrat Christoph Gerwers eröffnet das Netzwerktreffen (Foto: Torsten Matenaers)
Landrat Christoph Gerwers eröffnet das Netzwerktreffen (Foto: Torsten Matenaers)

Auftakt im Kreis Kleve: Das neue Netzwerk Kinderschutz startet mit einer gemeinsamen Veranstaltung und klaren Zielen im Gocher Kastell. Hierzu hatte die Kreis Klever Koordinierungsstelle der Jugendämter eingeladen. Rund 200 Teilnehmer aus dem sozialen Bereich, der Jugendhilfe, von Polizei und Justiz und natürlich auch von den Jugendämtern waren der Einladung gefolgt. Landrat Christoph Gerwers und die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Goch, Anne Peters, eröffneten die Veranstaltung. Für fachlichen Input sorgte Annett Volmer, Fachberaterin des Landschaftsverbands Rheinland (LVR).

Annett Volmer war Referentin des Tages (Foto: Torsten Matenaers)
Annett Volmer war Referentin des Tages (Foto: Torsten Matenaers)

Die sechs Jugendämter im Kreis Kleve haben mit dieser Auftaktveranstaltung einen wichtigen Grundstein für ein funktionierendes Netzwerk gelegt. Ziel ist es, verlässliche Strukturen zu schaffen, klare Kommunikationswege zu etablieren sowie gemeinsame Handlungsstrategien und Verantwortlichkeiten zu entwickeln. Die Koordinatorinnen und Koordinatoren sollen dabei als verbindendes Element dienen: Sie fördern die Zusammenarbeit im gesamten Kreisgebiet, ermöglichen gegenseitige Unterstützung und tragen dazu bei, dass Kinderschutz überall höchste Priorität und Qualität erhält.

Ein fiktives Beispiel zeigt, wie vielschichtig Kinderschutz in der Praxis sein kann: Die zwölfjährige Leonie lebt mit ihrer Familie in Kevelaer, besucht eine Schule in Geldern, tanzt in einem Karnevalsverein in Goch und wird psychotherapeutisch in Emmerich begleitet. Als sie sich ihrer Schulsozialarbeiterin anvertraut und von gewalttätigen Übergriffen durch einen älteren Mitschüler berichtet, informiert die Schule – nach Rücksprache mit den Eltern – das zuständige Jugendamt. Dieses empfiehlt eine Vorstellung in der Kinderschutzambulanz. Gleichzeitig wird Anzeige bei der Polizei erstattet. Die Zahl der beteiligten Stellen wächst – und damit auch der Koordinationsbedarf.

Vizebürgermeisterin Anne Peters richtet ein Grußwort an die Gäste (Foto: Torsten Matenaers)
Vizebürgermeisterin Anne Peters richtet ein Grußwort an die Gäste (Foto: Torsten Matenaers)

Damit Leonie gut geholfen werden kann, braucht es klare Absprachen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. Genau dafür wurde in Nordrhein-Westfalen das Landeskinderschutzgesetz geschaffen, das seit Frühjahr 2022 gilt. Es soll helfen, Fachkräfte besser zu vernetzen und den Kinderschutz gemeinsam zu stärken – sowohl in der Vorbeugung als auch im Ernstfall.

Wer Fragen hat oder sich aktiv am Netzwerk Kinderschutz im Kreis Kleve beteiligen möchte, kann sich unter folgender E-Mail-Adresse an die Koordinierungsstelle wenden: netzwerk-kinderschutz@kreis-kleve.de (tm)
 

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